Interview: Beringen und EKS teilen sich den Werkhof

05.02.2018

Die Gemeinde Beringen und der Energieversorger EKS arbeiten erfolgreich auf dem EKS Werkhofareal zusammen und haben weitere Pläne fürs Gelände.

Seit Sommer 2017 nutzen die Gemeinde Beringen und EKS das Werkhofareal des Energieversorgers in Beringen gemeinsam. Gemeindepräsident Hansruedi Schuler und Markus Niedrist, Leiter Bereich Netz bei EKS, berichten, wie es zur Zusammenarbeit kam und welche weiteren Pläne es für das Areal gibt.

Wie ist die Idee zur gemeinschaftlichen Nutzung des Werkhofareals entstanden?

Markus Niedrist: Bislang haben die Gemeinde Beringen und wir jeweils einen eigenen Werkhof betrieben. Der EKS Werkhof liegt am Ortsrand von Beringen und besteht seit 1974. Auf dem gut 14 000 Quadratmeter grossen Werkhofareal gibt es Werkstatträume, Bürogebäude, Garagen, ein Grosslager, eine Entsorgungsanlage und sogar eine Tankstelle. Während wir früher das gesamte Gelände für Instandhaltungsarbeiten, Reparaturen und ähnliches brauchten, benötigen wir heute durch die Modernisierung der Technik sowie Optimierung der Abläufe weniger Fläche. Wir haben daher schon seit einiger Zeit überlegt, wie wir das Areal effizienter nutzen können.

Hansruedi Schuler: Heute befindet sich der Werkhof der Gemeinde zusammen mit dem Feuerwehrmagazin im Dorfzentrum an der Zelgstrasse. Das Gebäude ist sanierungsbedürftig und entspricht nicht mehr den heutigen Bedürfnissen. Als Ergebnis eines Gemeindeentwicklungsprojektes wurde daher festgehalten, dass es volkswirtschaftlich sinnvoll wäre, den Werkhof ins Industriegebiet zu verlagern und am bisherigen Standort ein Projekt mit Dienstleistungen und Wohnungen zu realisieren. Bei der Standortsuche stellten wir dann schnell fest, dass das Areal der EKS für ein solches Projekt bestens geeignet ist. Bereits bei den ersten Gesprächen spürten wir, dass hier Partner zusammenkommen, die ein grosses Interesse daran haben, gemeinsam eine sinnvolle Lösung zu finden. Im Sommer 2017 haben wir daher mit der Zusammenlegung der beiden Werkhöfe auf einem Gelände begonnen und zunächst mit der Einlagerung der Festbestuhlung im EKS Werkhof angefangen. Anschliessend wurden die Aussenlager geräumt und jetzt erfolgt die Verlagerung des Büros und des Aufenthaltsraumes in das EKS Areal. Bis in etwa zwei Jahren wird der Wechsel abgeschlossen sein.

Welche Arbeiten werden heute für EKS auf dem Werkhof erledigt?

Niedrist: Wir haben dort 30 Mitarbeitende, darunter Netzelektriker, Projektleiter und Techniker. Ihre Hauptaufgabe ist die Planung, der Ausbau und der Unterhalt des Stromnetzes. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sind regelmässige Wartungen sowie Überwachungsaufgaben notwendig. Im Werkhof stehen auch diverse Spezialwerkzeuge wie Notstromaggregate, Hebebühnen oder Kabelzugmaschinen zur Verfügung. Da die Gemeinde auch für den Unterhalt von Infrastrukturanlagen verantwortlich ist, fallen teilweise ähnliche Unterhalts- und Werkstattarbeiten an wie bei uns. Daher können wir in diesem Bereich jetzt einige Synergien nutzen.

Und was macht die Gemeinde auf dem Areal?

Schuler: Wir profitieren vor allem gemeinsam mit EKS von der gut ausgestatteten Infrastruktur auf dem Gelände. Die komplett und sehr gut eingerichtete Werkstatt ist für uns optimal für den Unterhalt unserer Geräte sowie für die täglich anstehenden mechanischen Arbeiten. Ausserdem können wir unsere gesamte Ausrüstung, zum Beispiel Absperrmaterial, Baumaschinen und alles für den Winterdienst, problemlos lagern.

Gibt es Pläne für einen künftigen gemeinsamen Ausbau des Areals?

Schuler: Es gibt ein Gesamtkonzept für den Aufbau eines Ausbildungszentrums «Zivilschutz/Feuerwehr». Auch der Wehrdienstverband Oberklettgau ist in dieses Konzept eingebunden. Für die Umsetzung plant die Gebäudeversicherung den Kauf eines Teils des EKS Geländes. Vorgesehen ist, dass hier ein Zentrum zur Weiterbildung von Feuerwehrleuten und Zivilschützern aus dem Kanton entstehen soll. Aktuell befindet sich der Antrag zur Vernehmlassung im Parlament. Mit dieser Lösung kann für den Werkhof der Gemeinde und die Feuerwehr sowie für alle anderen beteiligten Partner eine optimale und langfristige Lösung realisiert werden. Mit der Nutzung der Synergien kann die Leistungserbringung optimiert werden, was zukünftig zu tieferen laufenden Kosten bei weiterhin optimaler Leistung führen wird.