Wohnraum zum Wohlfühlen

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Wie sollte ein Wohnquartier für Jung und Alt beschaffen sein? Im Rahmen von «next.» wurden Konzepte entwickelt, damit Schaffhausen auch in Zukunft jeder Generation passenden Wohnraum bieten kann.

Auf den ersten Blick bietet die Region Schaffhausen alles. Natur in unmittelbarer Umgebung mit kurzen Wegen bis ans idyllische Rheinufer. Eine historische Altstadt, die zum Bummeln und Verweilen einlädt. Und eine verkehrstechnisch günstige Anbindung sowohl an die Nord-Südachse als auch an die traditionelle Handels­route zwischen Basel und Konstanz. Also alles bestens? Nicht unbedingt. So das Fazit der Diskussionen im Zuge der Entwicklungsstrategie für Schaffhausen «next.».

Denn schaut man genauer hin, wird schnell klar, dass es an verfügbaren Immo­bilien fehlt. Und das, was es gibt, passt oft nicht zu den Bedürfnissen der Menschen. Im Rahmen von «next.» wurden daher neue Lösungsansätze zum Thema «Wohnen» entwickelt.

Bildcredits: Dost Architektur
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Eines der Probleme: Ältere Menschen leben oft in Häusern, die längst zu gross geworden sind. Sie scheuen sich aber auszuziehen, da es an geeigneten Alternativen fehlt. In Schaffhausens denkmalgeschützten Altstadtbauten sind viele Wohnungen nicht barrierefrei und stellen selbst für junge Familien eine Herausforderung dar. Das Kopfsteinpflaster verträgt sich mit dem Kinderwagen genauso wenig wie mit dem Rollator und die engen Treppenhäuser ohne Aufzüge sind für Kleinkinder und Ältere gleichermassen anspruchsvoll. Auch der Umzug ins Umland stellt oft keine Alternative dar. Gerade ältere Menschen möchten in ihrer vertrauten Umgebung bleiben.

«Wir brauchen Konzepte, die ein Wohnungsangebot sowohl für Alleinstehende jeden Alters als auch für Paare und Familien schaffen», sagt der Schaffhauser Architekt Dominic Meister. Gemeinsam mit anderen Schaffhauserinnen und Schaffhausern hat er daher im Rahmen von «next.» an Projekten zum Thema Wohnen mitgewirkt.

Bildcredits: Dost Architektur
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Laut Meister kann Schaffhausen zwar nicht in den Wettbewerb mit einer Stadt wie Zürich treten, wenn es um Wohnraum für Studierende und Lernende gehe. Das Angebot müsse aber so beschaffen sein, dass die Menschen nach ihrer Ausbildung mit ihrer Familie wieder nach Schaffhausen zurückkämen und bis ins Alter bleiben könnten. Das im Bau befindliche RhyTech-Quartier in Neuhausen am Rheinfall oder das «Waldquartier Pantli» sowie das autofreie «Wohnprojekt Silberhof» im historischen Stadtkern von Schaffhausen seien Beispiele für neue Lösungen. Der zeitgemässe Wohnraum entsteht dabei sowohl in Neuhausen als auch in Schaffhausen dort, wo einst traditionsreiche Industriebetriebe standen, deren Gelände nun umgenutzt wird. So befand sich auf dem RhyTech-Areal einst die erste Aluminiumhütte Europas. Und wie der Name schon erahnen lässt, steht das Silberhof-Quartier dort, wo fast 200 Jahre lang eine Silbermanufaktur ihren Sitz hatte.

Alle Quartiere müssten sich schrittweise weiterentwickeln, damit die gesamte Region attraktiv bleibe. Davon ist Meister überzeugt. Wichtig sei daher, dass die Bereiche Stadtentwicklung, Denkmalpflege, Barrierefreiheit und Quartierplanung reibungslos zusammenarbeiten würden, um gemeinsam ein Schlüsselmodell für Wohnqualität für jedes Alter zu entwerfen.(idw)

«Waldquartier Pantli»

Im Norden von Schaffhausen entsteht an der Stelle der ehemaligen Arbeitersiedlung der Georg Fischer AG ein Siedlungsraum für bis zu 600 Menschen. Eingebettet in den Wald plant das Architekturbüro Dost gemeinsam mit verschiedenen Partnern eine generationenübergreifende Siedlung mit 2,5- bis 5-Zimmer-Wohnungen. Die gesamte Anlage soll barrierefrei und an den ÖV angeschlossen sein. «Rund um die Siedlung haben wir fünf unterirdische Einstellhallen, sodass die Fläche zwischen den Häusern auf Erdgeschossebene als Raum zur Begegnung frei bleibt», erläutert Dominic Meister. Grünflächen und Bäume spenden im Sommer Schatten und dienen als Erholungsraum. Geplant sind zudem ein Kindergarten, eine Kita, ein Bistro und ein Laden. Baubeginn ist Ende 2024.